Raum zum gestalten.

Etwas ist den Räumen noch geblieben. Vielleicht ist es die Patina von Einfallsreichtum, Forscherdrang und Wissen, die heute noch an den alten Mauern haftet und die Menschen, die jetzt hier wohnen, in ihren eigenen Bestrebungen nach Geistesblitzen und kreativen Schüben jeden Tag aufs Neue beflügelt. Entstanden im Mittelalter, trug der Ingolstädter Mathematiker Peter Apian (1495-1552) als Erster nachweislich zu dieser ideenfreundlichen Atmosphäre des Gebäudes bei.

Bis ins 19. Jahrhundert diente das Haus in der Harderstraße 22 dann als Versorgungstrakt für das benachbarte Ingobräu. Danach fand ein Stukateurmeister Gefallen an dem Gebäude, baute den zweiten Stock aus und verpflichtete diverse steinerne Puttenengel, auf Lebzeiten von der Decke herunter zu frohlocken. Das tun sie auch jetzt noch, neben den Apples, Ipads und Elektroklängen eines Studioalltags. Und weil dieser Kontrast noch länger erfrischen soll, sind die Stuckdecken und die klassizistische Fassade des Hauses denkmalgeschützt. Als Beispiel gelungener Restaurationskunst gehört das Haus Nr. 22 damit eindeutig zu den Juwelen der Ingolstädter Altstadt.